SH-GUIDE

Schleswig-Holstein digital entdecken

Der SH GUIDE bündelt Ausflugsziele, Freizeitaktivitäten, Veranstaltungen, Shoppingmöglichkeiten und regionale Besonderheiten aus ganz Schleswig-Holstein. Die digitale Plattform baut auf einem etablierten Printmagazin auf, das insbesondere in touristischen Unterkünften verbreitet ist.

Im Mittelpunkt des Relaunchs stand deshalb nicht nur eine modernere Oberfläche. Die bestehende Printmarke sollte in ein eigenständiges digitales Produkterlebnis übersetzt werden, das Menschen inspiriert, ihnen Orientierung bietet und regionale Anbieter besser sichtbar macht.

Dafür wurde die vorhandene Plattform mit ihren rund 2.300 Einträgen strategisch, strukturell und visuell neu ausgerichtet. Der Relaunch erfolgte im Frühjahr 2025.

Discovery

Heuristische Evaluation, Onlinebefragung und Stakeholderworkshops

Product & UX Strategy

Zielgruppenanalyse, Customer Journeys und Informationsarchitektur

UI & Brand Experience

Responsive UI Design, visuelles System und High-Fidelity-Prototypen in Figma

Content & Platform Strategy

Digitale Sichtbarkeit, Anbieterpräsentation und touristische Inspiration

01 . Die Herausforderung - Aus einer bekannten Printmarke ein relevantes digitales Produkt entwickeln

Während sich das Printmagazin des SH GUIDE bei Urlauber und regionalen Anbietern etabliert hatte, wurde die bestehende Website deutlich weniger wahrgenommen. Eine Befragung unter Bestandskund zeigte, dass die Bekanntheit und der konkrete Nutzen des digitalen Angebots nicht mit der Stärke der Printmarke mithalten konnten.

Gleichzeitig verfügte die Plattform bereits über rund 2.300 Einträge. Der Umfang war eine große Stärke, erschwerte aber die Orientierung: Relevante Inhalte waren in einer verschachtelten Struktur verborgen, Einstiege entsprachen nicht immer der touristischen Suche und wichtige Informationen gingen in der Darstellung unter.

Die strategische Herausforderung bestand darin, zwei unterschiedliche Bedürfnisse miteinander zu verbinden. Besucher sollten nicht nur gezielt nach einem bekannten Ort oder Angebot suchen, sondern sich auch spontan inspirieren lassen können. Regionale Unternehmen und touristische Anbieter benötigten gleichzeitig eine attraktive digitale Bühne, auf der ihre Angebote sichtbar und in einem passenden Kontext präsentiert werden.

Hinzu kam die Übersetzung der etablierten Printidentität in ein digitales System. Der neue Auftritt sollte klar als SH GUIDE erkennbar bleiben, sich aber nicht wie eine ins Internet übertragene Magazinseite anfühlen. Gefragt war ein eigenständiges, zeitgemäßes Produkterlebnis, das Marke, Inhalte und Bedienung konsequent zusammendenkt.

02 . Der Prozess - Von der Bestandsanalyse zur digitalen Erlebnisplattform

1.

Heuristische Evaluation

Zunächst habe ich die bestehende Plattform systematisch anhand etablierter Usability-Heuristiken untersucht. Dabei wurden insbesondere Schwächen in Navigation, Orientierung, visueller Hierarchie und Auffindbarkeit identifiziert. Die Analyse machte sichtbar, an welchen Stellen die Menge der vorhandenen Inhalte eher zur Hürde als zum Mehrwert wurde.

2.

Nutzer- und Stakeholder-perspektive

In einer Onlinebefragung wurden Bestandskund des Printmagazins nach ihren Erwartungen, Nutzungssituationen und Wünschen an einen digitalen SH GUIDE gefragt. Ergänzend dienten Stakeholderworkshops dazu, wirtschaftliche Ziele, redaktionelle Anforderungen und die Bedürfnisse regionaler Anbieter zusammenzuführen.

3.

Zielbild und Produkterlebnis

Auf Grundlage der Erkenntnisse entstanden Zielgruppenprofile, Customer Journeys und eine neue Informationsarchitektur. Dabei wurde berücksichtigt, dass touristische Entscheidungen selten linear verlaufen: Menschen wechseln zwischen Inspiration, regionaler Orientierung, konkreter Suche und spontaner Entscheidung.

Das neue UI Design wurde iterativ in Figma entwickelt und eng mit den Stakeholdern abgestimmt. Parallel entstand ein visuelles System, das Farben, Typografie, Bildsprache und wiederverwendbare Komponenten zu einem konsistenten digitalen Markenerlebnis verbindet. Der Fokus lag nicht allein auf einzelnen Seiten. Entscheidend war das Zusammenspiel aus Einstiegsmöglichkeiten, regionalen Themenwelten, Anbieterprofilen, redaktionellen Inhalten und aktuellen Angeboten.

03 . Die Lösung - Inspiration, Orientierung und regionale Sichtbarkeit auf einer Plattform

Mit dem Relaunch im Frühjahr 2025 wurde der SH GUIDE von einem umfangreichen, aber schwer zugänglichen Verzeichnis zu einer klar strukturierten touristischen Inspirationsplattform weiterentwickelt.

Die neue Informationsarchitektur erleichtert den Einstieg über Regionen, Orte, Interessen und konkrete Angebote. Eine stärkere visuelle Hierarchie sorgt dafür, dass Nutzer Inhalte schneller erfassen und sowohl gezielt suchen als auch neue Ausflugsziele entdecken können.

Das neue Erscheinungsbild überträgt die Identität des Printmagazins konsequent in den digitalen Raum. Farben, Typografie, Bildsprache und Tonalität schaffen Wiedererkennbarkeit, ohne die Gestaltungsmöglichkeiten des Webprodukts einzuschränken.

REgionale Einträge
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Steigerung der Seitenaufrufe
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Mehr Sichtbarkeit für regionale Anbieter

Mit dem digitalen Schaufenster wurde die Plattform um einen zusätzlichen Mehrwert für regionale Unternehmen erweitert. Anbieter können aktuelle Produkte und Angebote sichtbar machen, während Besucher einen authentischen Einblick in die Vielfalt der jeweiligen Orte erhalten. Damit verbindet der SH GUIDE touristische Inspiration mit regionaler Wertschöpfung: Nutzer entdecken besondere Orte und Angebote, während lokale Unternehmen eine digitale Reichweite erhalten, die über einen klassischen Verzeichniseintrag hinausgeht.

Eine klare Ansprache der Kernzielgruppe

Visuelles Design, Tonalität und Themenauswahl wurden stärker auf die definierte Kernzielgruppe ausgerichtet. Statt möglichst alle Menschen gleichermaßen anzusprechen, entstand ein klareres Profil mit relevanten Inhalten rund um Ausflüge, regionale Produkte, Genuss, Kultur und Freizeit.

Die Gestaltung bleibt dabei offen und zugänglich, erhält durch die bewusste Zielgruppenorientierung aber mehr Persönlichkeit und Wiedererkennungswert.

Content als Teil des Produkterlebnisses

Auch der redaktionelle Bereich erhielt im neuen Konzept eine stärkere Rolle. Saisonale Beiträge, regionale Geschichten und Social-Media-Inhalte schaffen regelmäßig neue Anlässe, die Plattform zu besuchen. Website, Printmagazin und Social Media werden dadurch nicht als voneinander getrennte Kanäle betrachtet, sondern als zusammenhängende Customer Journey. Jeder Kontaktpunkt erfüllt eine eigene Funktion – von der ersten Inspiration bis zur konkreten Ausflugsentscheidung.

Learnings

Produktstrategie und Marke

Eine etablierte Printmarke lässt sich nicht einfach auf eine digitale Oberfläche übertragen. Sie muss in ein Produkterlebnis übersetzt werden, das die vorhandene Identität bewahrt und gleichzeitig die Möglichkeiten und Nutzungsmuster digitaler Medien konsequent nutzt.

Inspiration und Orientierung

Touristische Plattformen müssen zwei scheinbar gegensätzliche Aufgaben erfüllen: Sie sollen emotional inspirieren und gleichzeitig schnell zu konkreten, relevanten Informationen führen. Gute Informationsarchitektur und visuelles Storytelling müssen deshalb gemeinsam entwickelt werden.

Plattformperspektive

Der SH GUIDE richtet sich nicht nur an Besucher, sondern auch an regionale Unternehmen und touristische Anbieter. Langfristiger Mehrwert entsteht dann, wenn das Produkt die Bedürfnisse beider Seiten berücksichtigt und sie sinnvoll miteinander verbindet.

Content Experience

Inhalte sind kein nachträgliches Füllmaterial für ein fertiges Interface. Themenauswahl, Tonalität, Bildsprache und redaktionelle Formate sind zentrale Bestandteile der User Experience und müssen von Beginn an in die Produktkonzeption einbezogen werden.

Vorheriges Projekt
TPC Web
Nächstes Projekt
RefugeeCompass