TPC – Tunnelling Process Control – ist eine spezialisierte Softwarelösung für das Datenmanagement sowie die Überwachung und Analyse komplexer Prozesse im Tunnelbau.
TPC Web ist die strategische Weiterentwicklung von TPC Desktop: einer Legacy-Anwendung, deren Entwicklung vor über 20 Jahren begann und die seitdem mit den fachlichen Anforderungen internationaler Tunnelbauprojekte kontinuierlich gewachsen ist.
Das Ziel war deshalb kein rein visuelles Redesign, sondern die schrittweise Transformation zu einem modularen, skalierbaren Webprodukt. Bewährte Fachlogiken und Arbeitsabläufe mussten erhalten, historisch gewachsene Strukturen kritisch hinterfragt und für unterschiedliche Nutzergruppen neu organisiert werden.
Legacy-Analyse, User Research, Anforderungsworkshops und Stakeholdermanagement
Migrationsstrategie, Informationsarchitektur, User Journeys und Task Analysis
Designsystem, skalierbare Interaktionsmuster und interaktive High-Fidelity-Prototypen
Usability Testing, heuristische Evaluation und iterative Weiterentwicklung
In Interviews und Workshops habe ich bestehende Prozesse, etablierte Arbeitsweisen und fachliche Abhängigkeiten untersucht. Gemeinsam mit Ingenieuren, Kunden und Stakeholdern wurde bewertet, welche Funktionen übernommen, vereinfacht oder grundsätzlich neu gedacht werden sollten.
Auf Grundlage von User Journeys, Task Analysen und Prozessmodellen habe ich komplexe Abläufe in eine verständliche Informationsarchitektur übersetzt. Der Fokus lag nicht auf einzelnen Screens, sondern auf einer konsistenten Produktlogik über verschiedene Module und Nutzerrollen hinweg.
Konzepte wurden frühzeitig mit Entwicklung und Produktmanagement abgestimmt. So konnten technische Rahmenbedingungen, Migrationsabhängigkeiten und fachliche Sonderfälle berücksichtigt werden, bevor daraus aufwendige Designs oder Implementierungen entstanden.
Interaktive Prototypen machten neue Bedienkonzepte früh erlebbar und diskutierbar. Parallel entstand ein produktübergreifendes Designsystem mit wiederverwendbaren Komponenten und Interaktionsmustern als Grundlage für eine konsistente und skalierbare Weiterentwicklung.
Neue Konzepte wurden in unterschiedlichen Entwicklungsphasen durch Usability Tests und heuristische Evaluationen überprüft. Erkenntnisse flossen direkt in die weitere Konzeption und Priorisierung ein, statt erst nach der technischen Umsetzung sichtbar zu werden.
Eine mehrjährige Legacy-Migration braucht ein klares Zielbild und gleichzeitig realistische Entwicklungsschritte. UX-Entscheidungen müssen deshalb nicht nur den aktuellen Anwendungsfall lösen, sondern auch zukünftige Module, Abhängigkeiten und die langfristige Produktstrategie berücksichtigen.
Gute Konzepte entstehen nicht unabhängig von ihrer Umsetzung. Durch die frühe Zusammenarbeit mit Entwickler konnte ich technische Möglichkeiten, Abhängigkeiten und Grenzen direkt in die Konzeption einbeziehen und Entscheidungen fundierter treffen.
Ein Designsystem ist bei einer modularen Produktlandschaft weit mehr als eine Komponentenbibliothek. Es schafft gemeinsame Qualitätsstandards, beschleunigt Entscheidungen und sorgt dafür, dass neue Funktionen und Produkte langfristig zu einer konsistenten User Experience beitragen.
Strategische UX-Arbeit muss nachvollziehbar vermittelt werden. Dazu gehört, Entscheidungen zu begründen, Nutzererkenntnisse in konkrete Prioritäten zu übersetzen und gemeinsam mit Teams und Stakeholdern Kriterien für gute Produktqualität zu etablieren.